Rudern @ Dresdenia Berlin
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Vorwort des Vorsitzenden

 

Liebe Clubmitglieder, liebe Freunde des Rudersports,

 

wie viele von Ihnen am 15.11.2004 selbst feststellen konnten, lässt uns das Thema Bootshaus nicht los. Wir mussten die endlosen Ausführungen des Rechtsbeistands des Vorstandes der SV Dresdenia Berlin (SVDB) über uns ergehen lassen. Die Mitglieder des Senats des Kammergerichts haben diese Prozedur mit bewundernswerter Geduld auf sich genommen. Wie auch beim Landgericht hat sich bestätigt, dass es in unserem Land noch eine wirksame Teilung der drei Gewalten gibt, auch wenn von bestimmten Seiten kräftig an diesem Grundpfeiler unserer Gesellschaft gerüttelt wird. Wir hoffen weiter, dass die Berufungen des Vorstandes der SVDB und der RU Arkona abgewiesen werden. Die ermüdenden Ausführungen des um einen weiteren Anwalt erweiterten Rechtsbeistands des Beklagten zu 1 (SVDB) haben auch in der Frage der Zulässigkeit der Eigentumsfeststellungswiderklage zu keinen neuen Erkenntnissen geführt. Mit einer gewissen Vorsicht möchten wir die Vermutung äußern, dass auch dieser Teil des Verfahrens wenigstens teilweise zu unseren Gunsten entschieden wird. Der Termin zur Verkündung einer Entscheidung wurde auf Mittwoch, den 19. Januar 2005, 12 Uhr, Saal 469, anberaumt. Sollte uns die schriftliche Entscheidung vorliegen, so werden wir,´- da uns die Anschriften der Mitglieder aus übrigen Abteilungen vom Vorstand der SVDB verwehrt werden - diese, wie das Urteil vom Landgericht und andere wichtige Mitteilungen, in unserer Homepage www.dresdenia.de unterbringen, um auch den Mitgliedern der anderen Sportgruppen eine ausreichende Information zu ermöglichen.
Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns über nun schon fast zwei Jahre tatkräftig unterstützt haben. Das haben wir durch Mitarbeit bei der Durchsicht des Beweismaterials und der Verfassung von Konzepten, die Teilnahme an den bisher sechs Gerichtsterminen, die Übernahme der persönlichen Verantwortung durch Unterschrift unter die Anträge bei den Gerichten und diverse wertvolle Hinweise gespürt. Ganz wichtig war und ist auch der Zuspruch von vielen Seiten. Von mindestens ebenso großer Bedeutung waren die Spenden, die es uns ermöglicht haben, den Rechtsstreit überhaupt zu führen. Wir hätten niemals aus den Beiträgen einen Aufwand von bisher über 55.000 € finanzieren können. In unseren Dank möchten wir auch die Kameraden der befreundeten Vereine einbeziehen und viele andere, die aus verständlichen Gründen nicht genannt werden möchten. Die Anwesenheit von zirka 150 Ruderern und Sympathisanten bei der (hoffentlich) letzten Verhandlung am 15. November hat uns als Vertreter unserer Kameraden der Ruder-Abteilung sehr viel Rückhalt gegeben und in unserer Zielsetzung bestärkt, den Kampf um das Bootshaus nicht aufzugeben. Warum auch?
Sie haben selbst auf der rechten Seite des Richtertisches einen großen Akten-Karton gesehen, in dem sich sechs Ordner mit mehr als 2.600 Seiten befanden. Sie sind das Konzentrat aus mehr als 30 (in Worten: dreißig) Ordnern und zahlreichen losen Blättern sowie einzelnen Mappen. Dieses gesamte Material, schätzungsweise mindestens 10.000 Dokumente, musste durchgesehen, geordnet und aufbereitet werden. Ein großer Teil davon wurde erst bei der letzten "Schatzsuchaktion" Mitte September 2004 im ehemaligen "Heizungskeller" gefunden. Davon ist der größte "Schatz" ein Ordner mit dem Verwendungsnachweis über die Zuwendungen des Senats von Berlin für die Errichtung des Bootshauses in den Jahren 1963 bis 1965. Lückenlos und in vorbildlicher Weise ist darin aufgeführt und nachgewiesen, dass die Ruder-Abteilung den Bau beantragt, betreut und finanziert hat. Hierfür einen nachträglichen unschätzbaren Dank an die inzwischen leider verstorbenen Kameraden Helmut Lehninger (Vositzender), Georg Ruscher und Detlef Fieting (beide Schatzmeister).
Aus weiteren Unterlagen lässt sich unbestreitbar ableiten, dass auch das Grundstück, die Steganlagen und viele andere Wertverbesserungen von der Ruder-Abteilung bezahlt worden sind. Alle Zahlungen erfolgten über das Konto der Ruder-Abteilung. Die Gegenseite, der Vorstand der SVDB, versuchte auch im Gerichtssaal erneut, unser Konto dem Hauptvorstand zuzuordnen, ein wohl hoffnungsloses Unterfangen. Das braucht nach unserer Meinung nicht weiter kommentiert zu werden.
Wir hatten ein wenig Hoffnung, dass die Ru Arkona nciht nur in Kenntnis der Aktenlage über die tatsächlichen (wirtschaftlichen) Eigentumsverhältnisse, sondern auch und insbesondere aus sportskameradschaftlichen Gründen ihre Berufung, noch vor dem Kammergerichtstermin, noch einmal überdenkt. Das ist zu unserer großen Enttäuschung nicht geschehen und macht eine Wiederbelebung der früheren gut nachbarschaftlichen Beziehungen schwierig.
Zu der uns ständig vorgehaltenen Verweigerungshaltung muss nochmals bemerkt werden: Wir haben uns entgegen der Behauptung von Herrn Kussin im Gerichtssaal zu keinem Zeitpunkt geweigert, konstruktive Gespräche zur Lösung des Problems Bootshaus zu führen. Sie haben stattgefunden und sind alle ergebnislos verlaufen. Für die Vereinbarung dieser Gespräche nimmt Herr Kussin die Urheberschaft für sich in Anspruch. Die auf den Seiten 13 und 14 dieser Ausgabe der Club-Nachrichten wiedergegebene eidesstattliche Erklärung von Herrn Dietmar Bothe (Landessportbund Berlin) führt zu einem anderen Ergebnis.
Von uns wurde in diesen Gesprächen erwartet, dem für nichtig erklärten Kaufvertrag zuzustimmen. Das ist nicht nur wegen der Festlegung in §4 unmöglich, wo es heißt:
"Verkäufer (SVDB) verpflichtet sich, diejenigen Personen, die gegenwärtig das verkaufte Grundstück mitbenutzen, aufzufordern, die Nutzung spätestens mit Ablauf des 30.4.2003 einzustellen.
Verkäufer (SVDB) wird darauf hingewiesen, dass Käufer (RU Arkona) vom Übergabetage an berechtigt ist, vom Hausrecht gebrauch zu machen."
Auch das wollen wir nicht weiter kommentieren.
Wegen der ergebnislosen Gespräche und insbesondere nach Bekanntwerden der Eintragung einer Grundschuld in Höhe von 200.000 € zu Gunsten der Dresdner Bank AG in das Grundbuch, haben wir dreimal versucht, über den Vorstand der Dresdner Bank einer Lösung näher zu kommen. Auf das letzte Schreiben vom 13.10.2004 haben wir bisher keine Reaktion festgestellt.
Alle wissen, dass die Ereignisse seit Beginn der Auseinandersetzung wenig Zeit für die eigentlichen Belange unseres Vereins gelassen haben. Wir hoffen und wünschen uns, dass wir dazu bald zurückkehren können. Lassen Sie uns damit beginnen, ein paar besinnliche und harmonische Stunden anlässlich unserer Weihnachtsfeier am Sonntag, den 5.12.2004 ab 14 Uhr im Bootshaus zu verbringen. Wir bitten, Ihre tatkräftige Unterstützung für diese Feier sowie die geplante Silvesterparty bei Gabriele Frieben anzumelden.
Es bleibt uns nur noch, nochmals für Ihre Solidarität sehr herzlich zu danken sowie Ihnen, Ihren Familienmitgliedern und uns ein gesegnetes Weihnachtsfest zu wünschen. Bleiben Sie auch im kommenden Jahr gesund und bei guter Laune, damit wir die Vergangenheit ein wenig vergessen und uns wieder angenehmeren Dingen zuwenden können.

 

Ihr "Hadi" Würger


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